MATT MILLION – AUS KALIFORNIEN
IN DEN DMV BMW 318TI CUP

Während die Motorsportwelt gerade kopfsteht lebt ein junger Amerikaner seinen Motorsport Traum. Seit seinem achten Lebensjahr ist Matt Million im Motorsport aktiv. Nun steht der junge Mann aus San Marcos (Kalifornien) kurz vor seinem ersten Rennen in Europa. Ab dem Sachsenring Wochenende wird der20-Jährige für JAS Rennsport ins Lenkrad greifen.

Im Interview sprachen wir mit Matt Million über seinen Weg in den Cup, seine Ziele und die Unterschiede im Motorsport auf beiden Seiten des Atlantiks.

Wann hast Du mit Motorsport begonnen?
Im Alter von 5 Jahren habe ich mit Kart fahren in den USA begonnen.

In welchen Serien bist Du bisher an den Start gegangen?
Ich bin etwa acht Jahre Kart gefahren.Im Alter von etwa 13 Jahren habe ich meine erste Rennlizenz gemacht und durfte erste Rennen auf Club Sport Niveau fahren. Das war in der sogenannten „Spec Miata Serie“. Diese ist sehr beliebt in Kalifornien. Wir sind mit einheitlichen Mazda MX5 Autos gefahren. In der Serie gab es einen starken Wettbewerb und ich konnte eine Menge lernen. Dort wurde uns nicht nur gezeigt wie man Rennen fährt, sondern auch was neben der Strecke im Motorsport wichtig ist.

Nach vier Jahren habe ich diese Serie verlassen und bin in die „Spec MX5 Series“ gewechselt. Dort binich dann Rennen in den gesamten USA gefahren. Ich konnte eine Mengelernen da wir auf sehr bekannten Strecken wie dem Circuit of the Americas oder Road Atlanta gefahren sind. In diesem Jahr konnte ich einige Pole Positions einfahren und auch Rennen gewinnen. Das hat mich wirklich weitergebracht.

Zu Beginn der Saison 2019 habe ich entschieden, mich auf Langstrecken Rennen zu konzentrieren. Ich bin mit einem BMW in der NASA Series (National Auto Sport Assosiation)gestartet und konnte dort, dass in den USA bekannte 25 Stunden Rennen im Thunderhill Raceway Park in meiner Klasse gewinnen.

Wie bist Du auf den DMV BMW 318tiCup aufmerksam geworden?
Während der Saison 2019 habe ich das Ziel gefasst meine Karriere in Europa fortzusetzen. Ich habe mir verschiedene Serien angeschaut und eher zufällig bin ich auf Instagram auf den DMV BMW 318ti Cup aufmerksam geworden. Mir hat gefallen was ich gesehen habe und ich habe begonnen in Kontakt mit den Teams zu kommen. Nach einigen E-Mails kam dann der Kontakt zu Lars Winkler und dem JAS Rennsport Team zustande. Danach war schnell klar wo der Weg hinführt, und wir haben begonnen das nötige Paket für 2020 zu schnüren.

Wie sah der erste Kontakt mit dem neuen Team JAS Rennsport und Luca Alpert aus?
Mein erster Kontakt zum Team war schon etwas außergewöhnlich. Wenn man als junger Fahrer von einem anderen Kontinent kommt weiß man nie wie sich solche Verhandlungen entwickeln.
Es hat sich aber schnell gezeigt, dass Lars und das ganze Team super nette Leute sind. Ich habe mich direkt sehr willkommen gefühlt. Das Team will definitiv Erfolge feiern und sich weiterentwickeln. Das ist eine tolle Sache für mich als Fahrer und ich bin glücklich ein Teil davon zu sein.  

Welche Eindrücke hast Du beim ersten Test in Hockenheim im Februar gewonnen?
Das waren ziemlich intensive Tage. Ich war sehr Müde als ich in Frankfurt gelandet bin, da ich auf dem langen Flug nur etwa eine Stunde geschlafen habe. Ich war aber nicht nervös in Deutschland zu sein oder im Rennauto zu sitzen. Was mich aber etwas nervös gemacht hat, war das erste persönliche Treffen mit Lars, Luca und dem Team. Ich verstehe die Sprache nicht, das macht es nicht einfacher. Aber wir haben schnell gemerkt, dass wir uns auch so gut verstehen. Es hat sich gut angefühlt.  Auch die Zusammenarbeit mit Luca war großartig. Wir haben uns sofort verstanden und hatten einen sehr produktiven Testtag.

Außerdem ist mir die Autobahn in Deutschland in Erinnerung geblieben. Auch die Strecke in Hockenheim hat mich sehr beeindruckt. Die Strecke ist ganz anders als viele Strecken, die ich aus den USA kenne.

Wie hast Du die Zeit im Corona Lockdown verbracht?
Das war natürlich keine einfache Zeit. Ich habe immer versucht so schnell es geht nach Deutschland zukommen, aber die Reisebeschränkungen haben dieses leider nicht möglich gemacht. Als dann die ersten Rennen abgesagt wurden, war mir klar, dass es nicht leicht wird schnell ins Rennauto zu kommen. In dieser Zeit habe ich sehr engen Kontakt mit Luca gehabt. Wir haben uns besser kennengelernt und viel Zeit zusammen in I Racing am Simulator verbracht.

Es war nicht leicht zu sehen wie das Team am Lausitzring und Meppen die ersten Rennen gefahren ist, während man selber in den USA sitzt und nichts tun kann. Aber ich war auch sehr glücklich für Luca und das Team über die tollen Ergebnisse, die sie einfahren konnten.

Jetzt bin ich aber überglücklich endlich selber eingreifen zu können und hier in Deutschland sein zu dürfen.

Wie hast Du Dich auf die verbleibenden Rennen im DMV BMW 318ti Cup vorbereitet?
Im Lockdown habe ich viel Zeit am Simulator verbracht. Unter anderem bin ich die VBCS (Virtual BMW Cup Season) gefahren. Das hat mir geholfen die Strecken zulernen und auch mehr über meine Fahrerkollegen zu erfahren. In dieser Zeit bin ich mir aber auch nochmals bewusst geworden was ich bisher erreicht habe und was ich erreichen möchte. Das gibt mir viel Vertrauen und Hoffnung für die gemeinsamen Rennen hier mit Luca und JAS Rennsport.

Was sind Deine Ziele für die Zukunft?
In den nächsten Rennen möchte ich so viel wie möglich über den Motorsport in Europa, die Serie, das Auto und das Team lernen. Natürlich will ich auch zeigen was ich kann und vorne mitmischen. Wir sind ein neues Team in der Serie, deshalb wäre es ein großer Erfolg dauerhaft um das Podium zu kämpfen. Außerdem will ich viele Daten und Erfahrungen sammeln, um perfekt für 2021vorbereitet zu sein.

Wie unterscheidet sich der Motorsport in den USA von dem in Deutschland?
Es gibt sicher mehr Gleichheit als Unterschiede. Der Motorsport wird hier sehr ernst genommen. Die Tatsache wie professionell und mit wie viel Begeisterung und Leidenschaft alle hier in der Serie mitwirken beeindruckt mich. Ich wurde hier sehr herzlich aufgenommen vom Team und der Organisation. Der größte Unterschied sind sicher die Rennstrecken und auch die Autos. Aber es ist schön für mich hier zu sein. Ich bin damit aufgewachsen die Rennen aus Europa im TV zu sehen. Damals habe ich gedacht, es wäre cool mal dort zu sein. Und jetzt bin ich hier.